Wohnbau mit zementgebundenen Baustoffen
Gründungen.
 

 

 

Der Baugrund.

Die Fundamente sind die untersten tragenden Teile eines Bauwerks. Sie haben die Aufgabe, alle auftretenden Lasten (Eigengewicht, Nutzlast, Schnee- und Windlast) in den tragfähigen Boden abzuleiten.

Voraussetzung einer einwandfreien Gründung ist die genaue Kenntnis des Baugrundes.

 


 
 


Arten des Baugrundes

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Guter Baugrund
Mittelguter Baugrund
Schlechter Baugrund 1)
Tragfähigkeit
30-80 N/cm²
Fels bis
400 N/cm²
15-30 N/cm² 0-15 N/cm²
Nichtbindige Böden Kies
Kiessand
Grobsand
Feinsand
Mittelsand
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Bindige Böden Trockener Ton
Trockener Lehm
Trockener Mergel
Feuchter Ton
Feuchter Lehm
Mergel
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. . . Muttererde
Löß
Schlamm
Knollenmergel
Torf
Moorerde
Aufgeschütteter Boden
Mehlsand
1) nur mit entsprechender Zusatzmaßnahmen als Baugrund geeignet!
 
 
Tabelle: Bodenarten
 
         
 

 

Die Errichtung eines Bauwerkes stört den Gleichgewichtszustand des Bodens. Es ist Aufgabe der Bodenmechanik, die Wechselwirkungen zwischen Baugrund und Bauwerk zu erfassen, um Schäden durch zu große oder unregelmäßige Setzungen zu verhüten bzw. die Voraussetzungen für die Stand-sicherheit zu gewährleisten. Erst die Klarheit über die gegebenen Baugrundverhältnisse und die Wechselwirkungen zwischen Bauwerk und Baugrund, d.h. die Auswertung einer eingehenden Boden-untersuchung oder der vorliegenden örtlichen Erfahrungen und die Ermittlung der auftretenden Bau-werkslasten erlauben Gründungsart, Gründungstiefe und die Abmessungen der Gründungskörper endgültig zu bestimmen.

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Untersuchung des Baugrundes

 

 

 

 

 

 

Da ungünstige Gründungsverhältnisse die Baukosten erheblich verteuern, sollte schon vor Planungsbeginn eine Bodenuntersuchung vorgenommen werden, da deren Kosten demgegenüber nicht ins Gewicht fallen. Nur bei genügender Kenntnis über die örtlichen Gelände- und Bodenverhältnisse oder bei leichten Bauten kann auf eine Bodenuntersuchung verzichtet werden. Die Erkundung der Bodenverhältnisse hat nach ÖNORM B 4401-1 ÷ 3 – „Erd- und Grundbau - Erkundung durch Schürfe und Bohrungen, sowie Entnahme von Proben“, die Bodenklassifikation nach ÖNORM B 4400 – „Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke und Methoden zum Erkennen von Bodengruppen“ zu erfolgen.

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Verhalten des Baugrundes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch die Last des Bauwerks verformt sich der Baugrund entsprechend seiner Zusammen-drückbarkeit und Scherfestigkeit. Die Druckausbreitung zeigt, dass Spannungen aus der Bauwerks-last mit zunehmender Tiefe abnehmen und unter der Mitte von Fundamentflächen am größten sind.
Die allgemein übliche Annahme, dass sich der Druck eines Gründungskörpers unter einem Winkel von 45° gleichmäßig ausbreitet, trifft im großen und ganzen zu und bewegt sich auf der sicheren Seite, obwohl der genaue Verlauf der Linien gleichen Druckes (Isobaren) wesentlich komplizierter ist (Druckzwiebel).


Zeichnung: Vergleich der Druckausbreitung unter 45°

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Zulässige Belastungen
des Baugrundes
 

Für die Berechnung der zulässigen Belastungen des Baugrundes sind folgende ÖNORMEN heranzuziehen:

• ÖNORM B 4430-1 – „Erd- und Grundbau - Zulässige
Belastungen des Baugrundes – Flächen-gründungen“
• ÖNORM B 4430-1 – „Erd- und Grundbau - Zulässige Belastungen des Baugrundes - Pfahl-gründungen“
• ÖNORM B 4435-1 – „Erd- und Grundbau - Flächengründungen - Berechnung der Tragfähigkeit bei einfachen Verhältnissen“

 
         
     
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