Bauproduktekennzeichnung
in Europa und Österreich
- OE- und ÜA – Zeichen:
 
Durch den Beitritt Österreichs zur EU erlangte 1995 das neue Europäische Regelwerk für das Bauwesen Gültigkeit in Österreich.

Da dieses aber die Zulassung von Baustoffen für die Verwendung im Bauwerk nach wie vor in der
Entscheidung der Staaten und in der Republik Österreich in der Entscheidung der Bundesländer belässt,
bedurfte es daher weiterer staatlicher, bzw. in Österreich bundesländer-spezifischer Regelungen.

Diese wurden am 23.10.2001 erstmals mit der Verordnung des OIB - Österr. Institutes für
Bautechnik über die Baustoffliste ÖA für Bauprodukte, die noch nicht OE – gekennzeichnet sind,
und
am 15.12.2002 mit der Verordnung des OIB – Österr. Institutes für Bautechnik über die
Baustoffliste ÖE für Bauprodukte, die OE – gekennzeichnet sind
, festgelegt und damit das neue
Österreichische Regelwerk für das Bauwesen fixiert.

 

 
Baustoffliste ÖE
Baustoffliste ÖA
Österreichische Technische
Zulassungen (ÖTZ)
Produktzertifizierungen durch
das ON - Österreichisches
Normungsinstitut
  Zugang zu Normen
 


Das Europäische Regelwerk für das Bauwesen

Das Europäische Regelwerk für das Bauwesen besteht im Wesentlichen aus folgenden Elementen:

Bauprodukte-Richtlinie (Construction Products Directive - PCD) der EU-Kommission
  mit sechs grundlegenden Anforderungen:


• statische Sicherheit
• Brandsicherheit
• Hygiene und Umweltschutz
• Nutzungssicherheit
• Schallschutz
• Minimierung des Energieverbrauches (Wärmedämmung, Nutzung von
  Solarenergie, Energiepass, etc.)

Zur detaillierten technischen Ausformulierung dieser Grundsätze wurde über „Mandate“ das Europäische
Komitee für Normung (Comité Européen de Normalisation) - CEN mit der Erstellung der so genannten

• Harmonisierten Europäischen Normen (hEN) beauftragt; dies sind:

• EUROCODES (Berechnungsmethoden)
• Produktnormen EN mit informativem, „mandatiertem“ (verbindlichem)
  ZA-Anhang


Für einzelne Bauprodukte, die aus bestimmten Gründen (noch) nicht normbar sind oder von Normen
abweichen (innovative oder patentierte Erzeugnisse), bzw. für die eineh EN nicht oder noch nicht
ausgearbeitet werden kann, wurde über „Mandate“ die Europäische Organisation für Technische
Zulassungen (European Organisation for Technical Approvals - EOTA) mit der Erstellung von


Zulassungsleitlinien

(European Technical Approval Guideline - ETAG) als Basis für Europäische Technische
Zulassungen (European Technical Approval - ETA, bzw. ETZ) beauftragt; für Produkte, für die
keine Leitlinien vorliegen, kann eine Europäische Technische Zulassung (ETA bzw. ETZ)
aufgrund eines europäischen individuellen Abstimmungsverfahrens (Common Understanding of
Assessment Procedure - CUAP) erteilt werden.


Die Übereinstimmung eines Bauproduktes mit dem neuen europäischen Regelwerk wird durch das Œ
-Konformitätskennzeichen zum Ausdruck gebracht:

Das Œ -Konformitätskennzeichen ist aber entgegen weit verbreiteter Irrmeinung kein Qualitätszeichen!

Es ist ausschließlich ein Zeichen dafür, dass ein Produkt den wesentlichen Anforderungen
der Bauprodukte-Richtlinie entspricht und zum Vertrieb im gemeinsamen EU-Markt zugelassen ist.