Wohnbeton
Beton - die Bauteile
 




Zeichnung: Schnitt durch Haus



 
 

 

 

Im Hochbau ist Beton wie kein zweiter Baustoff universell in vielfacher Gestalt und Form verwendbar und wird für folgende Teile des Gebäudes verwendet:

• Gründungen (Fundamente)
• tragende und nichttragende Wände
• Stützen, Säulen und Unterzüge
• Decken
• Treppen
• Kamine
• Balkon- und Loggiaplatten
• Beton-Dachsteine
• Hauskanalanlagen
• Flächenbefestigungen (Betonpflastersteine)
• Stützmauern und Gartenmauern


Fachtechnisch richtiger Einsatz der Baustoffe und Bauteile gewährleistet die Erfüllung aller bauphysikalischen Erfordernisse für behagliches Wohnen, bzw. der in den einzelnen Landes-Bauordnungen, bzw. ÖNORMEN festgelegten Mindestanforderungen für Wärme- und Schalldämmung von Gebäuden: Besondere Beachtung ist dabei den wärmeschutztechnischen Eigenschaften (Wärmedämmung und Wärmespeicherung) und dem Lärmschutz von außen und zwischen Wohnungen zuzuwenden.
Hohl- und Vollblocksteine, sowie Holzspan-Mantelsteine und -Dämmplatten, bzw. Holzwolle-Dämmplatten mit integrierter Zusatzdämmung aus EPS, Kork oder Mineralwolle und Doppel-, Hohl- oder Vollfertigteilwände in Verbindung mit Wärmedämm-Verbundsystemen ermöglichen die Ausführung von Wänden nicht nur mit höchster Wärmedämmung, sondern auch von höchster Wärmespeicherung.
Die hierzu erforderlichen Kennwerte der einzelnen Baustoffe sind den Produktinformationen der einzelnen Produzenten zu entnehmen.

Hinsichtlich Schallschutz sind Bauweisen mit Beton aufgrund der hohen Masse sowohl im Wand- als auch im Deckenbereich stets von besonders hoher Schalldämmung gekennzeichnet, da diese wesentlich durch deren Gewicht bestimmt wird: Je schwerer ein Bauteil, um so höher seine Schalldämmung!
Bei den sicherheitstechnischen Aspekten sind vor allem die Standsicherheit und der Brandschutz von besonderer Bedeutung.
Die hohe Tragfähigkeit von Betonbauweisen ist eine allgemein bekannte Tatsache, wobei vor allem Ausführungen in Stahlbeton-Bauweise dem Techniker nahezu unbegrenzte Möglichkeiten eröffnen. Betonbauweisen zeichnen sich bei fachgerechter Konstruktion und Ausführung durch besondere Erdbebensicherheit aus.
Der Brandschutz der Bauteile und von Gebäuden ist für deren Nutzer von höchster Wichtigkeit. Zementgebundene Baustoffe sind entweder „unbrennbar” oder „schwer entflammbar”. Daraus hergestellte Wände und Decken besitzen die Brandwiderstandsklasse F 90 - „brandbeständig”*) oder F 180 - „hochbrandbeständig”*).

*) Durch die Europäische Normung werden sich diese Brandwiderstandklassen ändern; siehe ÖNORM B 3807 – „Äquivalenztabellen“ im Anhang.

   
     
  1. Gründungen

Der Baugrund hat oft nur eine begrenzte Tragfähigkeit. Die Aufgabe der Fundamente ist es, die Bauwerkslasten gleichmäßig auf den Baugrund zu übertragen. Die Bodenverhältnisse sind von einem Fachmann zu beurteilen, der die Art der Gründung, bzw. die Abmessungen der Fundamente festlegt.
Aus baupraktischen Gründen werden meist Fundamentplatten verwendet.

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2. Keller

Eigentlich sollte jedes ständig bewohnte Haus in seiner gesamten Grundfläche „unterkellert“ sein. Der damit verbundene Mehraufwand erscheint zunächst gewaltig - auf lange Sicht „rechnet“ er sich ganz sicher, wenn man den tatsächlichen Nutzen dieser Kellerräume in Rechnung stellt: Abstellräume, Waschküche, Heizraum, Sauna, Werkstätte, Brennstofflager, ein zusätzliches Bad und WC, ein Kellerstüberl oder ähnliches. Auch der Einbau eines Schutzraumes ist möglich. Im Fall des Auftretens von Druckwasser bedarf es zusätzlicher technischer Maßnahmen (z.B. weiße Wanne).
Kelleraußenwände haben vertikale Lasten zu tragen, den Erddruck aufzunehmen, den Keller gegen Wasser abzudichten und gegebenenfalls gegen Wärmeverluste zu dämmen. Diese Funktionen werden von verschiedenen Schichten übernommen:

• tragende Wand
• Feuchteabdichtung, evtl. Drainage
• Wärmedämmschicht

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  3. Schutzräume

Unter einem Schutzraum versteht man einen speziell ausgebildeten Raum, der gegen äußere Strahlung, gegen herunterfallende Trümmer (Decke ist trümmersicher) und gegen Splitter schützt.
     
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4. Wände

Allgemeine Anforderungen an die Wände:

• Tragfähigkeit und Erdbebensicherheit
• Wärmeschutz und Wärmespeicherung
• Schallschutz
• Brandschutz
• Feuchtigkeitsschutz
• Sichtschutz und Gestaltung

Lage und Funktion von Wänden: Je nach ihrer Lage im Grundriss sind an die Wände bestimmte Anforderungen zu stellen, die durch die entsprechende Materialwahl beim Wandbau erfüllt werden müssen.

• Außenwände:
Sie dienen als Abschluss eines Gebäudes gegen außen. Außenwände können, je nach statischem System, tragend oder nicht tragend sein und sollen aus gut wärme- und schalldämmenden Baustoffen errichtet werden.

• lnnenwände:
lnnenwände sind im Gebäudeinneren zur Bildung von Räumen erforderlich. Je nach ihrer Lage im Raumverband haben sie nichttragende (Zwischenwände) oder tragende Funktion. Auch an sie werden Anforderungen hinsichtlich Wärme, Schall- und Brandschutz gestellt.

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  5. Decken

Die Herstellung ebener Massivdecken wurde erst mit der Erfindung des Stahlbetons möglich. Sie sind bei ausreichender Dimensionierung brandbeständig. Außerdem sind sie unempfindlich gegen Feuchtigkeit und deshalb sicher vor Schwamm, Fäulnis und Ungeziefer. Ihre Lebensdauer ist praktisch unbegrenzt. Stahlbetondecken tragen des Weiteren durch ihre aussteifende Wirkung wesentlich zur Standsicherheit des Gebäudes bei.
Nach der Art der Herstellung unterscheidet man:

• Ortbetondecken, bei denen der gesamte Herstellungsvorgang auf der Baustelle vonstatten geht, und
• Fertigteildecken, die aus einzelnen, im Werk hergestellten Bauteilen auf der Baustelle versetzt werden.

Nach dem Anteil von Werks- oder Baustellenarbeit unterscheidet man zwischen Halbmontagedecken und
Vollmontagedecken
.

Halbmontagedecken sind:
• Fertigbalkendecken und Rippendecken
(Hohlkörperdecken)
• Elementdecken (Deckenplatten mit biegesteifer Bewehrung)

Vollmontagedecken sind:
• Plattendecken
• Plattenbalkendecken
• Hohldielendecken

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  6. Raumzellen

Die Stahlbeton-Raumzelle stellt einen mindestens vierseitig geschlossenen, infolge der biegesteifen Eckausbildungen selbsttragenden, raumumschließenden, dünnwandigen, vorzugsweise in einem Guss hergestellten Betonteil dar. Aufgrund moderner Schalungstechnik sind die Rastermaße l x b sehr flexibel wählbar. Die Längen bewegen sich zwischen 5,5 bis 9,0 m, die Breiten zwischen 2,7 und 4,0 m. Die Höhen sind variabel zwischen 2,5 bis 3,50 m. Die Dicke der schalglatten Wände beträgt je nach statischem Erfordernis 6 – 14 cm, die Deckenstärke beläuft sich auf 8 – 15 cm.
Stahlbeton-Raumzellen werden bei Fertigkellern, Fertighäusern, im Reihenhausbau, sowie im Hotel- und Heimbau, bei Büro- und Gewerbegebäuden, im Fertiggaragen-, aber auch im Tiefgaragenbau eingesetzt. Weitere Anwendungen sind: Fertignasszellen, Kioske, Trafostationen, Gasdruckregelungsstationen, Boxen für Müllcontainer und Sammelboxen für Problemstoffe.

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  7. Treppen

Treppen und Rampen dienen der vertikalen Erschließung von Gebäuden.
Die frei im Raum sichtbare Treppen ist ein wesentliches architektonisches Gestaltungselement. Wegen ihrer Gestaltungsvielfalt, einfachen Herstellung und den Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Baustoffen, wie Kunststein, Naturstein und Holz, werden meist Stahlbetontreppen ausgeführt.

Treppen werden als gerade Treppen mit oder ohne Podest, bzw. als gewendelte Treppen gestaltet und bestehen aus vier Hauptteilen:

• Laufplatten
• Stufen
• Podeste und
• Geländer.

Um zeitraubende Schalungs- und Betonierarbeiten zu vermeiden, ist es zweckmäßig, Fertigteile zu verwenden, da diese in kürzester Zeit versetzt werden können und sofort belastbar sind. Hohe Maßgenauigkeit und gleich bleibende Qualität werden durch die industrielle Fertigung garantiert. Bei der Planung ist auf die Auflager und die Schalldämmung besonderes Augenmerk zu legen.

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  8. Rauch- und Abgasfänge, Lüftungen

Rauch- und Abgasfänge sind die bauliche Voraussetzung, um Heizkosten zu senken und die Sicherheit und Behaglichkeit für die Nutzer sicherzustellen. Auch im Zeitalter von Niedrigenergie- und Passivhäusern erfüllen Fertig-Rauchfänge aus zusatzgedämmten Leichtbeton-Mantelsteinen mit und ohne keramischem Innenrohr die hohen Anforderungen an Rauch- und Abgasfänge. Für diese Haustypen zählt auch eine kontrollierte Wohnraumlüftung zum Standard.

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  9. Dächer

Das Steildach mit 15° bis 60° Dachneigung ist die in Österreich meistverwendete Dachart. Seine Form prägt maßgeblich das Aussehen des Hauses.
Das in Österreich übliche "Kaltdach" mit harter Deckung hat seinen Namen daher, dass der Dachraum unterhalb der Dachdeckung annähernd die gleiche Temperatur wie die Außenluft hat, im Winter also kalt ist. Die Ausführung weist bei Dachdeckung mit Fugen (Steinen, Platten usw.) große bauphysikalische Vorteile auf: Vermeidung von Kondensation (Durchfeuchtung) sowie von Eisbildung und damit von Wasserstau auf der Deckung.
Dachdeckungen aus Beton hoher Güte werden in verschiedenen Formen und Farben geliefert Aufgrund ihres Gewichtes (Sicherheit gegen Abtragen durch Wind) haben sich Betondachsteine weitgehend durchgesetzt. Neben verschiedenen Formen von Normalsteinen gibt es für jedes System zahlreiche Sonderformen.

Massive Dachtragwerke (in Ortbeton oder Fertigteil-Bauweise ausgeführt) werden im Neubau und – in zunehmendem Maß – auch bei nachträglichen Dachausbauten sofern die statischen Möglichkeiten gegeben sind, herangezogen.

Die massive Bauweise bietet dabei folgende Vorteile:
• Den Anforderungen des Brandschutzes kann ohne Anbringung zusätzlicher Verkleidungen entsprochen werden.
• Deutlich verbessertes Wärmespeichervermögen gegenüber herkömmlichen Leichtbauweisen.
Bei nachträglichem Dachausbau kann die bestehende Dachhaut weitgehend erhalten werden, falls ein Fertigteilsystem aus leicht manipulierbaren Stahlbetonelementen eingesetzt wird.

Ein Flachdach dient zugleich als Decke des obersten Geschosses und Dach des Hauses einschließlich der Dachdeckung. Das Flachdach wird fast ausschließlich als unbelüftetes Warmdach in Stahlbeton-bauweise mit einer mehrlagigen, elastischen Feuchtigkeitsabdichtung ausgeführt. Eine ökologisch sehr wertvolle, zwar schon lang bekannte, aber selten ausgeführte Art der Dachkonstruktionen sind die begrünten Flachdächer.
     
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  10. Hauskanalanlagen

Hauskanalanlagen dienen der Ableitung der im Haus anfallenden Abwässer zum Straßenkanal oder in die Abscheide- oder Kläranlage. Hierbei werden meist Fertigteile eingesetzt. Nach jeder Reinigungsanlage und vor Einleitung in den Straßenkanal ist ein Probeentnahme- bzw. Putzschacht vorzusehen. Auf ausreichendes Gefälle muss geachtet werden, um Ablagerungen und damit erhöhten Wartungsaufwand zu vermeiden. Sollte dieses natürliche Gefälle nicht ausreichen, muss eine automatische Hebeanlage eingebaut werden. Auch in rückstaugefährdeten Gebieten muss mit Pumpwerken gearbeitet werden, sofern nicht nur selten benutze Kellerräume davon betroffen wären, die eventuell von der übrigen Gebäudeentwässerung getrennt mittels Rückstauverschluss gesichert werden können.

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  11. Außengestaltung

Dem Garten kommt heute eine ständig steigende Bedeutung zu, bildet er doch für die gesamte Familie den erweiterten Wohn- und Lebensraum des Hauses.
Für die bauliche Ausgestaltung des Gartens stehen Beton-Bauteile in so vielfältiger Form, Farbe und Oberflächengestaltung zur Verfügung, dass in diesem Rahmen nur das Wichtigste erwähnt werden kann.

Einfriedungen und Flächenbefestigungen: Die Betonsteinindustrie kann für Einfriedungen und Flächenbefestigungen eine beträchtliche Vielfalt vorgefertigter Teile anbieten.
Die nachfolgenden, von den Produktgruppen „Kleinformatige Hochbauteile“, „Decken und Wände“, „Rauch- und Abgasfänge“, „Entwässerungsgegenstände“, „Fertiggaragen“, „Pflastersteine, Platten (ARGE Fläche)“ und „Verkehrsausrüstungen“ des Verbandes der Österreichischen Beton- und Fertigteilwerke herausgegebenen Unterlagen enthalten Lösungsvorschläge für die einzelnen Bauteile und sollen zur fachtechnisch richtigen Anwendung von Beton im Wohnbau anregen.

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